TAB U373a.

Der smarte mit dem subtilen kick

                                                                                             

Mein erstes Selbstbau-Projekt in 2013. Bei der Realisierung habe ich zunächst viel nachdenken und planen müssen: aus den Platinen, die ich aus einem Internetkauf hatte und die nur als Begrenzer bestückt waren (U373s, siehe Bild 4), wollte ich den komplett regelbaren Kompressor U373a aufbauen. Beide sind auf den gleichen Platinen aufgebaut, also eigentlich kein Hexenwerk und es waren auch keine audiorelevanten aktiven Komponenten nötig. Dann habe ich alles mit edlen und hochwertigen Bauteilen realisiert. Speziell die Lucas- (eigentlich NSF als OEM, original aber EBE Schalter aus Stuttgart-Plieningen, hahaha) Schalter waren nicht billig - aber doch die richtige Wahl, nachdem die Edelschalter ELMA nur in Margen ab 50 Stück bestellt werden können - bei einem Stückpreis von 54 € !! Gehäusedesign mit Frontplatten Designer von Schaeffer. Puristen mögen das 24V Schaltnetzteil von meanwell bemängeln, aber es liefert eine saubere, brummfreie Gleichspannung.

Nach intensivem fine-tuning inzwischen lange im Einsatz und für ein Anfängerprojekt elektrisch, optisch und haptisch super gelungen: präsenter, druckvoller Klang, luftiger als die nach dem gleichen Schaltplan aufgebauten Telefunken ! Inzwischen habe ich schon so ziemlich alles drüber laufen lassen und muss sagen: Er macht in jedem Fall eine gute Figur, färbt garnicht bis hin zur subtilen Art. Ob Streichensemble, Gitarren, Schlagzeug oder Perkussives, er holt es auf eine elegante Weise nach vorn und verschmilzt die Einzelelemente, ohne sie zu verschmieren.

 

Und einen will ich dabei nicht vergessen: Johannes Brüning, technikbegeisterten Musiker, der mir als Nachlassverwalter der TAB Zugang verschafft hat zu Stücklisten und Schaltbildern. Ohne ihn hätte ich das Projekt so nicht realisieren können !

Technikbegeisterten der frühen deutschen Rundfunktechnik lege ich das Video der Funkstunde ans Herz!

 

 


Telefunken U373a

Punch, aber mit Gefühl

                                                                                                

Mein zweites Bastelprojekt ist auch seit längerem im Einsatz:

2 Telefunken U373a, die ich bereits restauriert und eingemessen von Velvet Audio erworben habe. Sie haben nicht identische ELMA-Schalter und auch die Haufe-Trafos sehen verschieden aus (obwohl die Seriennummern der Einschübe - 944 und 969 - nicht weit entfernt liegen), sind aber klanglich voll stereotauglich. Die Front der Einschübe wurde original belassen, nur in ein 19" Gehäuse von Adam Hall eingesetzt, mit Front- und Rückseite von Schaeffer. Sieht aus wie es klingt: Vintage-Kompressoren aus den 60er Jahren in der Nachfolge der berühmten U73 - sagenhaft fetter Klang ! Färben etwas mehr als die TAB, aber der Unterschied ist marginal. Sind gut in den Stützen im Streichquartett, haben auch den Vokaltest bestanden und sind natürlich (neben meinen Sta Level) sehr gut in der Bearbeitung von fetten Jazzgitarren. Diese Kompressoren brauchen sich neben UREI und NEVE nicht zu verstecken ...

 

Wer hat´s erfunden ?

 ... schönen Gruß an Prism, NSA und Konsorten ! Werkspionage gibt es nicht erst seit gestern, oder ? ...

Erinnert sich eigentlich noch jemand an den Patentenklau in Deutschland nach WW2 und den erstaunlichen Technikschub, der sich daraufhin in den Siegerstaaten einfach so ereignete, nicht zuletzt auch in der angloamerikanischen Audiobranche ?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...


SIEMENS SITRAL W295b und U273a Lunchbox

Die Allzweckwaffe für jede Stimme

                                                                                                                           

Mein drittes Projekt war eine lunchbox mit zwei Siemens W295b Filtereinheiten / Siemens U273b Regelverstärkern. Beide Instanzen sind ja Geräte, die sich auf hohem Niveau mit den besten der Welt messen können. Gehäusedesign mit Frontplatten Designer von Schaeffer. Die komplette Box war nach dem Zusammenbau zum Service bei Bernd Wagner - service für vintage audio. Alles läuft und klingt tadellos. Bernd hat sogar die defekten VU-Meter wiederbeleben können. Für eine realistische Klangbewertung habe ich historische Musik (Sequentia-Ensemble, eine eigene Aufnahme, Bandkopie des Originals, aus dem Jahr 1979) drüber laufen lassen. Ist schon erstaunlich, wie subtil der W295 im Mitten- und Höhenbereich arbeitet. Oben 2db weg, bei 700Hz 4db dazu und das Ganze kriegt Wärme ohne dumpf zu wirken.
Dann eine Jazzaufnahme aus der gleichen Zeit. Drum-Solo über den Kompressor - auch phänomenal, wie er das Set zusammenbindet, ohne etwas zu verschmieren. Die Transienten bleiben gut erhalten. Aber gutmütig ist etwas anderes: Bei zuviel Input wird er gleich ungemütlich - und genau so kenne ich die SITRAL Technik.

Inzwischen habe ich die lunchbox auch mit großem Erfolg in den Vokalwegen eingesetzt. Für meine Ohren hält er gleichauf mit einem LA2A Nachbau eines Kollegen, die gleiche Wärme und das "in the face"-Erlebnis.

BTW:

Für mich ist die Rekonstruktion dieser Geräte ein besonderes Erlebnis, weil ich von 1974 bis etwa 2004 an einem 32 Kanal-Siemens-Pult gearbeitet habe, das komplett mit SIEMENS-SITRAL-Modulen bestückt war. Mit diesem Pult konnte man nicht unbedingt den amerikanischen Sound fahren, aber die Jazz - Aufnahmen und die Villa Berg Konzerte von SDR3/SWR1 aus jener Zeit haben ihren völlig eigenen Charme.

Und die Qualität der diskret aufgebauten Originale (hier Siemens, aber auf demselben Qualitätslevel spielten auch Maihak, TAB, Telefunken und div. kleinere Anbieter), die audiophile Qualität bis an die Grenze des physikalisch machbaren wurde von den Nachfolgemodellen mit ICs nie wieder erreicht. Nie wieder spielten die Kosten bei Entwicklung und Produktion dieser Geräte eine so nebensächliche Rolle wie in den frühen Jahren unserer Republik. Wenn ich hier ins Schwärmen gerate, dann muß man sich dazu einfach mal überlegen, wie wohl ein heutiges Teil, bis weit über die Abschreibungsgrenze genutzt, nach 40 Jahren "Einmotten" wohl klingen wird. Zum Vergleich sei einfach der V72 genannt, der - nach vorsichtigem Hochfahren der Netzspannung (Achtung! Er ist für 220V konstruiert) - innerhalb engster Toleranzen aufspielte.

 

 


                           

Röhrenmikrofone nach dem Vorbild der U47

Den Originalen nachempfunden

                                                                                              

Meine MK47 mit Thiersch STW7 blue
Meine MK47 mit Thiersch STW7 blue

Im August 2013 habe ich mit der Planung eines U47 Nachbaus begonnen.

Meine Entscheidung fiel auf folgende Komponenten: Gehäuse EQU47 und zunächst auch Kapseln Q47-D von Equinox in USA, Platinenlayout inklusive BV8 Übertrager von Max Kircher, IOAudio in Wien, Röhren (6028/408A) von 'Western Electric' und 'Phillips JAN' - zum Aussuchen nach Klang - ebenfalls USA und Stecker am Mikro von Binder, Deutschland. Philips JAN haben einen runderen Klang als die ganz leicht höhenbetonteren Western Electric. Tungsol - sonst ein guter Name - von einem deutschen HiFi-Händler waren eine Enttäuschung, offensichtlich bereits verbrauchte Exemplare.

Netzteilplatine von Zayance (France), Gehäuse von Hifi2000 in Italien, Komponenten von mouser (der über ein Lager in München SEHR schnell liefert !), Ringkerntrafo und Drossel von tube-town.

Kabel von sommer cable und 7 und 3 pin-XLR vom großen T in Treppendorf.

 

Berthold Jüngst, der dem IOAudio Layout wegen der parallelen Röhren und der Heizspannung in Serie skeptisch gegenüberstand (es ging um die Frage nach dem Potentialausgleich, der aber über die Kathoden erfolgt, die mit den Heizdrähten keine Verbindung haben - deshalb funktioniert es ja letztendlich auch), hat den Bau seiner Röhrenmikrofone mit den Gyraf-Platinen und EF800 Röhren umgesetzt. Danach hat er sich auch freundlicherweise des Zusammenbaus meiner Komponenten angenommen.

Leider hat sich dann noch die eine oder andere Hürde in den Weg gestellt (o.e. Tungsol Röhren) - namentlich ein Knacksen in beiden Mikrofonen. Letztendlich war die Lösung der Austausch des Lastwiderstandes, der die 105V Anodenspannung im Mikrofon auf die 40 V Heizspannung runterknüppelt. Weg mit dem fancy Drahtspulenwiderstand und her mit dem modernen Widerstand, der sich zum Kühlen auf das Gehäuse schrauben läßt. Wer soll denn das verstehen ? Aber bei hochohmigen Schaltungen ist einfach viel "voodoo" drin, das macht auch letztlich den Klang.

Ein erster Vergleichstest als AB-Stereoaufnahme bei einem Konzert mit neuer Musik hat jedenfalls sowohl das hohe Niveau dieser Boliden als auch die feinen Unterschiede zwischen beiden Konstrukten offenbart: Beide klingen so, als säße man direkt vor den Musikern, die gyraf-Variante hat etwas mehr Impulsspitzen - deshalb vielleicht die leicht nuanciertere räumliche Ortung - und die IOAudio seidigere Höhen. Bertholds Gyraf Exemplare sind trotz äußerer Ähnlichkeit auch nicht den U47 ähnliche Mikrofone, deshalb sind die Unterschiede hier auch nicht verwunderlich. Original U47 standen zum Vergleich leider nicht zur Verfügung.

Am 16.03. 2014 habe ich die beiden bei einer Video-Produktion mit Pearl & the Jazzconsort eingesetzt, für die wunderschön rauchige und volle Stimme von Pearl und das Saxophon von Eberhard Hahn. Ein gutes Resultat bei offener Aufstellung, ich bin von der klanglichen Qualität der Repliken überzeugt, mögen sie nun authentisch klingen oder nicht. Nahbesprechung durch Pearls Stimme machte dem Mikro keine Probleme, es klang offen und klar, voll und durchsetzungsfähig in einem. Ebenso überzeugte das Saxophon, aufgenommen mit etwas mehr Distanz, etwa auf der Mitte zwischen Schalltrichter und Klappen. Trotz akustischem Setup mit Übersprechen setzen sich die beiden Solisten leicht gegen den Rest der Band ( Schlagzeug, Bass und direkt abgenommenes E-Piano ) durch. Sie fangen jede Menge Bass ein, darauf muß man beim Mischen achten. Und edel klingen sie auch noch, wie es ihnen gebührt.

Klangbeispiel unter Aufnahmen.

Fa. Waldenmaier hat die Logos graviert und jetzt sieht´  s so aus:

 

Aber jetzt kommen die STW7 blue von thiersch elektroakustik !!

 

Wandler STW7 blue (PVC) von Thiersch elektroakustik

Die Thiersch-Wandler sind erstaunlich schnell eingetroffen - nach Vorauskasse am 28. 04. 2014 kam das Paket am 30. 04. 2014

Am 01.05., dem Tag der Arbeit, habe ich einen der beiden Wandler eingebaut, um zunächst einen Vergleich mit der Kapsel von Equinox zu haben. Ich hatte mich ja immer gewundert, dass aus der Einheit so wenig Pegel rauskommt - et voilà: Mit der STW7 blue kommen plötzlich satte 10dB mehr als mit der Q47-D. Wie das ?

 

Aufgrund der Erfahrungen mit den STW7.1 an den Equinox-Spangen in meinem zweiten U47 Pärchen habe ich festgestellt, daß die Pegeldifferenz durch den elektrischen Kontakt der Equinox-Spange an die Gegenelektrode bedingt ist. Der Austausch gegen die Thiersch-Spange brachte dann nämlich die Gewißheit: Es liegt nicht an den Equinox-Kapseln, die für ihren Preis recht hochwertig sind.

 

Der Einbau gestaltete sich, obwohl ich geradezu extrem vorsichtig war (ich wollte die guten Teile ja nicht demolieren), relativ einfach.

Dipl.-Ing. Thiersch hat mit seiner Verpackung eine geniale Idee mitgeliefert, wie man den Wandler berührungsfrei in der Spange befestigen kann: Die Kapsel wird in einer runden Plastikdose geliefert, die auf halber Höhe durchgeschnitten ist. Zum Transport ist sie wieder mit Klebeband fixiert worden. Vor der Montage zieht man das Klebeband ab, hebt die obere Hälfte weg und kann auf der freiliegenden Außenseite des Wandlers die Spange festschrauben. Nun noch vorsichtig die Spange auf der Acrylplatte befestigt, die Basis wieder eingebaut und die Drähte angelötet - fertig.

Der erste Höreindruck mit der eigenen Stimme ist, dass die Thiersch-Kapsel deutlich runder und voller, etwas seidiger in den Höhen als die Q47-D von Equinox ist.

Im Mai 2014 hingen sie als Stereopaar vor dem Violoncello von Janina Ruh, mit der ich eine Debut-CD aufgenommen habe. Die Röhrenmikrofone mit den Thiersch STW7 blue haben einfach eine unglaublich detaillierte Feinzeichnung, jede Nuance des variantenreichen Spiels wird sensibel nachgezeichnet - ohne dass der Klang jemals drahtig wird.

Begeisterung nicht nur auf meiner Seite, auch die beteiligten Toningenieure waren voll des Lobs !

 

Am Flügel hatten wir zu Anfang meine mic&mod U47 (noch mit Original MK-47 Kapseln - siehe unten), die sich fantastisch mit den IOAudio U47 am Cello ergänzt haben. Intime Größe, so würde ich das Klangerlebnis beschreiben. Nach dem Wechsel vom Steinway zum Fazzioli waren sie dem Pianisten aber etwas zu brilliant und die Künstler haben die etwas dunkleren TLM170 bevorzugt.

In der Zwischenzeit ist beiden das Klangbild nicht hell genug ...


Dachbodenfund !

Das neueste und verrückteste aus Stuttgart

Wie kann denn sowas ?
11 (!) x V72, 1 x PG, 2 x NG

Ein guter Freund, Toningenieur und Bastelkollege hat bei einem Bekannten diesen eingelagerten "Metallschrott" entdeckt: 1 Pegeltongenerator, 11 Stück Siemens V72 und zwei Röhrennetzgeräte.

Zustand ist äußerlich den Einlagerungsumständen entsprechend, aber beim ersten Check konnten bisher fünf V72s nach vorsichtigem Hochfahren der Betriebsspannug auf 220V brauchbare Werte entlockt werden.

Berthold Jüngst hat sich racktechnisch und elektrisch bereits über "ramped Phantompower", ein H-Pad zur Pegelreduktion im Eingang und eine Abstufung der Gegenkopplung Gedanken gemacht, um zwischen -20 / -10 / 0 / +10 / +20 Verstärkung umschalten zu können. Eine erste Realisation sieht man auf dem angehängten Bild (die blauen Widerstände), und auch, dass die V72 von innen nicht so schlimm wie von außen aussehen und im Kern gut erhalten sind.

In der Zwischenzeit haben wir uns auch mal einen Hörtest meiner U47 replica mit Thiersch Kapseln über die V72 gegönnt und ich muss sagen: Ich bin schlichtweg umgehauen von der schieren Präsenz dieser Kombination !

Einer der bereits umgebauten Verstärker. Man sieht es an den blauen Widerständen, die eigentlich nur optisch nicht passen. Von den Toleranzen gibt es inzwischen viel exaktere Bauteile.
Einer der bereits umgebauten Verstärker. Man sieht es an den blauen Widerständen, die eigentlich nur optisch nicht passen. Von den Toleranzen gibt es inzwischen viel exaktere Bauteile.
Das Institut für Rundfunktechnik hat die Braunbuch-Unterlagen auf seiner Netzseite.
Das Institut für Rundfunktechnik hat die Braunbuch-Unterlagen auf seiner Netzseite.


SIEMENS V72

Alte, ganz feine Rundfunktechnik

2 V72 im 2HE 19" Gehäuse
2 V72 im 2HE 19" Gehäuse

Inzwischen sind sie in meinem Besitz, und das hätte ich nicht geglaubt, dass ich so schnell zu einem Pärchen V72 mit Eingangsdämpfung und mehrstufiger Gegenkopplung für die Verstärkung und Phantom Power-, Phasen- und Hochpass-Schalter kommen würde. Der heilige Gral aller Mikrovorverstärker, die inzwischen beliebter sind als die aus den V72 weiterentwickelten V76. Zusammen mit den Röhrenmikrofonen ein präsenter und hochauflösender Klang. Achtung, diese Schätzchen sind über 50 Jahre alt und sie laufen stabil mit einem Frequenzgang innerhalb 0.5 dB !

 

Danke, Berthold für Deine Arbeit, die Geräte kenntnisreich, wohl durchdacht und doch schnörkellos in ein passendes Gehäuse zu bauen ! Und Danke auch für Deine Geduld bei der Entwicklung einer passenden Verstärkungsschaltung, kombiniert aus Eingangsdämpfung und negativer Rückkopplung. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit den Telefunken V672 weiß ich erst, welch heikle Rolle dabei die Eingangsimpedanz spielt.

Innenansicht, mehr wird schaltungstechnisch nicht verraten.
Innenansicht, mehr wird schaltungstechnisch nicht verraten.
Gediegene Eleganz im Design.
Gediegene Eleganz im Design.

                            


TAB und Telefunken Mic-Pres V376a und V676a

Feine alte Rundfunktechnik

Acht Mikrofonvorverstärker V376a von TAB und V676a von Telefunken haben jetzt einen professionellen 19"-Rahmen (Teil- und Innenansicht unten). Firma May Elektro Bauelemente hat die fehlenden Rackschienen auf Lager gehabt. 24V Netzteil der Firma Protec hat Bernd Wagner repariert, um eine 48V Phantomspannung erweitert und eingesetzt. Der Rahmen ist zur besseren Transportabilität und zum Schutz noch in ein THON-Rackgehäuse eingebaut.   

Die V376 und V676 klingen mit Sprache getestet sehr gut, der Praxistest mit Schoeps und Sennheiser weiter unten. Bernd Wagner hat sich die letzten vier noch mal ausgiebig zur Brust genommen und jetzt habe ich ein Rack mit 8 dieser hochwertigen Vorverstärker. Es ist einfach super, wie er die Teile instand gesetzt und eingemessen hat. Alles klingt rund und schön, ausgeglichen und vor allem: alle gleich gut ! So kenne ich das noch aus den goldenen Tagen des Rundfunks.

Im Sommer 2016 habe ich vier der Einheiten für die Haupt- (Schoeps MK2) und Raummikrofone (Sennheiser 8020) bei der Produktion mit Schola Uncinus eingesetzt und möchte ergänzen: Diese Vorverstärker spielen in der obersten Liga mit: Klangneutral, rauscharm, ausgeglichen und durchsichtig präsent - kurzum so, wie ein aufmerksamer Zuhörer seine Musik genießt. Der Mix war, nicht zuletzt wegen der passenden Akustik und angepaßter, entsprechender Mikrofonierung, dann fast ein Kinderspiel.

 

                                


Nochmal Röhrenmikrofone: mic & mod MM47

das 2. Paar U47 replica

Und weil das Ergebnis so beachtlich ist, habe ich aus dem Ehrgeiz, es allein zu schaffen, ein zweites Paar in Angriff genommen.

War innerhalb weniger Tage fertig, machte auch nur wenig Probleme und klingt etwas anders (andere Kapseln, Cinemag CM-2461NiCo BV8 style).

Die Gehäuse sind aus Messing und dementsprechend einiges schwerer als die Equinox-Gehäuse. Die Platine übersichtlich aufgebaut (ein Design von "poctop", dem 2 Röhren-Design mit 6028/408A von Max Kircher nachempfunden), komplett mit guten, eingemessenen Röhren und auch der Cinemag Trafo macht klanglich einen guten Eindruck. Das Netzteil ist schön, weil es so "vintage" aussieht.

Klanglich sind sie etwas "schlanker" als die IOAudio Versionen und liefern 3 dB mehr Pegel (warum ??).

Thiersch Wandler STW7.1 blue sind bereits eingetroffen. Weil mir die Befestigung an der Equinox-Spange nicht gefallen hat (sie lieferte auch diese ominösen 10dB weniger Pegel), habe ich die STS7.1 von Thiersch bestellt. Zum besseren Vergleich habe ich zuerst nur in einem der Mikrofone die STW7.1 Kapsel eingebaut und beide Versionen durch einen Test mit Gitarre und Stimme verglichen. Die Thiersch Kapsel hat deutlich mehr (Sub-)Bässe und einen Formanten "e" gegenüber der mic&mod mit dem Formanten "ö", der etwas mehr im Präsenzbereich der Stimme und der Gitarre färbt. Insgesamt aber marginal, es überwiegen die Vorteile des Röhrenmikrofons mit seiner absolut fantastischen Feinzeichnung.

Nun sind beide Mikros mit den Thiersch STW7.1 Kapseln bestückt.

Fa. Waldenmaier hat die Logos graviert und jetzt sieht´s so aus:

                            


Erfreuliches Projekt: mic & mod U87

Am 16. und 17. August 2014 habe ich das Pärchen gebaut, nachdem Yannick von mic&mod sie in einem Set angeboten hatte, dem ich nicht widerstehen konnte. Die FET Transistoren habe ich einfach und endgültig nur spannungskalibriert. Der Klang nur mit Sprache getestet ist rund, voll und präsent. Der mechanische Bau und das Bestücken der von "poctop" entworfenen Platinen war ein reines Vergnügen. Danke !

 

Beide Exemplare sind langzeitstabil und klingen, wie man das von dem "Arbeitstier" unter den Mikrofonen erwartet. Inzwischen habe ich sie mit großem Erfolg als Raummikrofone bei einer Orgelproduktion verwendet. Nachdem doch noch ein paar Kapseln der gehobenen Klasse wünschenswert waren, habe ich sie inzwischen (Nov 2017) von der schweizerischen Firma MAIKU, die seit 2017 auch in den Kapselbau eingestiegen ist. Mittlerweile sind U87 und U67 zum Gravieren des Logos bei der Fa. Waldenmaier, Bad Cannstatt gewesen.

Perfekt für Sprachaufnahmen.

 

Und hier ein paar Einblicke in die einzelnen Phasen des Zusammenbaus:

 


 Mutters kleine Helfer ... die 1.

 

... sind in diesem Fall natürlich auch die kleinen Pillen, die aber keinen mentalen, sondern einen physischen Schub geben und mir bei der Entfeuchtung meiner elektronischen Schätzchen helfen.

Nach der Erkenntnis, dass Feuchtigkeit für die Kapseln sowas wie Schnee auf Orchideen ist, bin ich verstärkt vorsichtig.


                             

Hairball audio 1176 RevD, oder RevA bluestripe ?

Grundlegende Ideen für ein weiteres Projekt:

 

Rev A: Juiciest, noisiest, vintagey-ist.
Rev D: Lower-noise, classic character. Closest to the modern repros from UA.
Rev F/G: Cleanest, unique output transformer.
Rev H: Snazzy faceplate.
All revisions use the UTC-012 input transformer, except for G, which has no input transformer.
All use the UA-5002 output transformer, except for F/G which uses the Bournes B11148.

 


mic & mod 1176N Rev.A kit

Nachdem ich nochmal intensiv nachgedacht habe, ist es auf diese Version hinausgelaufen. Schließlich will man mit einem solchen sehr speziellen Gerät auch ein spezielles Klangverhalten erzielen. Und dem Rev.A wird nachgesagt, dass es am ehesten einem "vintage" Klang entspricht.

Mic&Mod bietet einen 1176N Rev.A Bausatz an, der das Gehäuse und alle Sonder-Bauteile  gleich dabei hat. Ein- und Ausgangsübertrager sind "handmade in France", matched 2N5457 und J309 FEts sind auch dabei.

Man benötigt nur noch die Komponenten für die Platinen, für die ich ein Bestellformular der Firma "mouser" ( für 2 Einheiten) vorbereitet habe. Leider war nicht alles auf Lager, die 1,2 MOhm Kohleschichtwiderstände z.B. waren erst ab 01.12. 2014 lieferbar. Ob die Kohleschichtwiderstände tatsächlich einen klanglichen Gewinn gegenüber Metallschicht darstellen, wage ich zu bezweifeln. Bei mouser wird alles direkt aus Europa versandt wird und es fällt keine weitere Importsteuer an.

Rückblickend würde ich es mir zweimal überlegen, wieder ein Partial Kit zu nehmen. Der Vorteil, alle nötigen Teile sofort zur Hand zu haben, ist die paar Euro mehr allemal wert.

 

Stand der Konstruktion (Anfang März 2015).

Wie man sehen kann, ist die Platine dicht bestückt, und das ist erst der Anfang. Eine Menge Löterei !

Mitte März 2015: der Kompressor ist mechanisch fertig, ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler habe ich auch schon entdeckt. Die Bestückung und Verkabelung der Potis und Taster sollte man nicht unterschätzen, hier war noch einiger Aufwand nötig. Jetzt noch kalibrieren ! Auch hier hat wieder Berthold mit professioneller Gerätschaft, nämlich seinem NEUTRIK-Meßplatz, ausgeholfen. Dabei haben wir festgestellt, daß die Ratiokurven 8:1 und 12:1 ziemlich exakt übereinanderliegen. Der Austausch eines Widerstands für die 12:1 Charakteristik brachte dann das richtige Resultat. Hier hat sich der Entwickler offensichtlich vertan.

Anfang April 2015 fertig, das Kalibrieren war nicht ohne ! Aber immerhin laufen sie auch ohne Verkopplung fantastisch parallel !!

                          

 


Das darauf folgende Projekt - C12 ...

ist inzwischen fertig.

Bei studio939 hatte ich das (Fast-)Komplett-Paket bestellt - Gehäuse, Holzbox, Spinne, Netzteil, Platinen und die Komponenten. Auch der gerühmte AMI T14 Übertrager war mit auf meiner  Liste. NOS GE 6072A von mic&mod , alternativ bei Brent Jessee NOS RCA 12AY7, und dann habe ich versucht, Tim Campbell zu überzeugen, mir zwei von seinen hochgelobten Wandlern zu verkaufen. Denn ich habe nach einer korrekten Replik mit "backplate-correct capsules" gesucht, die angeblich nur von Eric Heiserman (USA), Tim Campbell (DK) oder Ben Sneesby (AUS) hergestellt wird. Tim hat lange nicht reagiert, deshalb hatte ich bei studio939 die Eric Heiserman Kapseln bestellt.

Zwischenzeitlich hatte Tim Campbell Anfang Dezember 2014 geantwortet und ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen - ich habe dann sofort ein Paar CT12 bei ihm geordert. Lieferzeit etwa 8-12 Wochen, hat er gesagt. Am 14. Januar 2015 hat Tim gemailt, daß sie fertig sind. Dann doch so schnell ...

Dennoch habe ich zunächst das erste Pärchen mit den Heiserman Kapseln gebaut. Leider gab es dann speziell bei einer noch seltsame Merkwürdigkeiten im Klang, vor allem was die Richtwirkung 8 anbetrifft. Eric wollte sich die eine Kapsel noch mal genau anschauen. Also Kapsel zurück nach USA. Am 12. März 2015 hatte er die Kapsel, meine erste Anfrage nach einem Monat führte zu einer genervten Antwort: er würde sich melden, wenn er was weiß. Die Kapsel kam Mitte Juli 2015 ohne weiteres Anschreiben zurück. Und jetzt hatte ich plötzich mit beiden Kapseln kein Glück mehr.

 

Die Expertise von Uli Apel hat ergeben, daß bei diesen Kapseln schlampig gearbeitet wurde: Die Membranen ungleichmäßig gespannt, teilweise am Rand gewölbt und zwischen Gegenelektrode und Membran befinden sich Metallspäne, die je nach mechanischem Zustand Kurzschluß verursachen (Krachen, Knacksen, Phasendrehungen). Ich erwarte von einem DIY Lieferanten keine staubfreien Laborbedingungen à la Neumann, aber mit Lupe und dem richtigen Knowhow sollte er schon arbeiten.

Und da muß ich sagen, daß ich sehr glücklich war, in all dem Durcheinander endlich einmal eine klare Ansage bekommen zu haben von einem, der weiß, wovon er spricht.

Also: Danke, Uli !

 

Uli hat dann die Tim Campbell Kapseln auf den mitgelieferten Satteln in diese Mikrofone montiert und seither läuft alles problemlos.

Na, geht doch. Am Bausatz und meinen Lötkünsten lag es also nicht !

 

Im Übrigen will ich auch gern vermelden, daß Chung die Kapseln anstandslos zurückgenommen und mir eine Gutschrift dafür gegeben hat. Das führt dann auch übergangslos gleich zur (Teil-)Finanzierung des nächsten Projekts. Und auch hier: Danke, Chung !

 


Gravuren von Fa. Waldenmaier, Bad Cannstatt


   

Das nächste Projekt - U67 replica

 

Mit dem 19. Dezember 2015 habe ich ein weiteres Projekt begonnen, einen Nachbau der legendären Neumann U67.

Platine und Trafo von Max Kircher, Gehäuse und Netzteil über Chung von studio 939. Röhren habe ich EF86 von Valvo und EF806 von Tesla - zum Antesten. Die Kapsel wurde von MB Haun in Obrigheim gefertigt, gleich bei mir um die Ecke.

 

Und hier ein paar Einblicke in die einzelnen Phasen des Zusammenbaus. Die beide chinesischen Netzteile habe ich in einem ersten Schritt modifiziert und sie liefern jetzt 210V= Anodenspannung / 6,3V= Heizspannung.

 

Am Sonntag, den 20. 12. 2015, habe ich die Platinen für das erste Mikro bestückt. Den HiZ-Aufbau mit der Acrylplatte habe ich begonnen, aber noch nicht zu Ende geführt. Besser am nächsten Tag, mit frischen Sinnen ...

Montag, den 21.12. habe ich nicht so viel geschafft, wie ich mir vorgenommen hatte. Denn, ich muß sagen, die Komplexität dieses Aufbaus nötigt mir einen großen Respekt ab.

Bis zum Ende des Tages war immerhin die Platinenbestückung komplett. Bleibt noch: XLR Verbindung anlöten und eine Probe-Kapsel einsetzen.

Am 22.12. war lötfreier Tag, am 23.12 habe ich am Spätnachmittag die restlichen Lötarbeiten vorgenommen, die Probekapsel, eine etwas beschädigte K47 von Equinox*/** eingebaut und das Mikro LÄUFT !!!

 

* die Firma Equinox gibt es nicht mehr. Ich habe im Forum noch eine sehr merkwürdige Geschichte dazu mitbekommen, leider typisch Amiland: ein User hatte bei skylark [DIYGroup-Codename von Equinox] ausdrücklich unversichert bestellt und, nachdem seine Ware nicht eintraf, 3 Monate später reklamiert - ihm war zunächst nicht aufgefallen, das er noch ausstehende Posten hatte. skylark hat ihm, nach einigen Diskussionen in den Foren die Hälfte des gezahlten Betrages erstattet, aber das war dem Kunden nicht genug. Er hat sich im Forum ausgeweint, und - wisst Ihr was ? Das ganze Forum ist ihm gefolgt und über skylark hergefallen. Das war das Ende seines kleinen Geschäfts.

Hoffentlich wird unser schönes Land nicht eines Tages auch von diesem unverantwortlichen Denken überzogen - Gott bewahre !

Schade, denn seine K47 Kapseln haben, wie man sieht, immerhin für den Preis schon einen Messing-Ring, nicht Teflon oder Plastik, wie die meisten anderen preisgünstigen Nachbauten und sie klingen sehr ausgeglichen. Vielleicht nicht ganz so entspannt wie richtig gute Kapseln, aber gut.

** aber die Equinox U47 Gehäuse sind inzwischen wieder im Netz aufgetaucht. Es gibt sie bei DonAudio.

Der erste Hörtest war sehr befriedigend. Alle Richtwirkungen arbeiten zuverlässig, eben so wie der 10dB Pad und die Bassabsenkung. Der Klang ist noch etwas dunkel, weil die Schaltung natürlich für eine eine K67 Kapsel vorgesehen ist.

 

Für ein Demo mit meiner Band habe ich Regine ihren Take mit diesem Mikro einsingen lassen - Ergebnis: Why Can´  t We Live Together. Da die Equinox Kapsel zu wenig Höhen für die negative Rückkopplung abgegeben hat, habe ich bei 10k etwa 3-4dB Höhen auf die Stimme gegeben.

 

Am 20. Jan. 2016 war das zweite Mikro fertig, die K67 Kapseln von MBHaun waren am 18. Januar eingetroffen. Nach dem Einbau ein erster Probelauf mit den Valvo EF86. Beim Schnelltest mit meiner Stimme zeigte sich der ausgeglichene, fein auflösende Klang dieser Wandler. Ulrich Apel hatte völlig Recht, als er mir empfahl, die Kapseln bei MBHaun zu bestellen.
Ich bin sehr zufrieden, vor Allem auch, weil sich beim Zusammenbau diesmal keine Ecken und Kanten ergeben haben.

Nach dem Tausch der Röhren gegen 2 Telefunken EF86 und danach Tesla EF806 (von 1959), bin ich momentan bei letzteren geblieben. Aber da muß noch ein Test mit Musik gemacht werden ...


 Mutters kleine Helfer ... die 2.

Dieses geniale Werkzeug hat mir viele Minuten herkömmliches Abisolieren erspart, weil es mit seinem Ansatz aus 2-3 Arbeitsgängen einen macht. Gut, manche teflonbeschichteten Silberdrähte lassen sich nicht ganz so einfach "schälen", aber die meisten machen ein gutes Gesicht.


Bo Hansén DI-Boxen

3 DI-Boxen nach der Vorlage von Bo Hansén 1975.

Ursprünglich war nur eine geplant, Platine gab´  s bei pcb-grinder in Dänemark. Das erste Päckchen kam leider nie bei mir an, Jakob hat aber freundlicherweise ein zweites geschickt, mit seinen letzten drei Platinen. Ja jetzt ... dann habe ich halt zu dem Lundahl 1538XL noch zwei Haufe ST 8456 bei Volker von [silent:arts] bestellt. Genug Bauteile hatte ich schon. Als zusätzliches Schmankerl sind die Haufe Versionen mit den alten Transistoren bestückt (BC109C statt BC550C und BC177B statt BC560C). Unterschiede habe ich jetzt noch nicht gehört, mehr Rauschen auch nicht.

Ein Ei habe ich mir bei den beiden Haufe-Versionen gelegt: Die Schaltklinkenbuchsen haben, wie der Name schon sagt, auch eine Schaltfunktion, und wenn man die Drähte an den falschen Pins anlötet, kommt kein Signal an. Wie lange habe ich gesucht, weil die Lundahl-Box tat und die beiden Haufes nicht ...

Die wunderbaren Gehäuse sind von Frank Röllen, Frontpanels.de

und wie man sieht, geht´s auch mit einer blauen LED.

 


LOGO gestalten

Mit der Zeit ist der Wunsch gewachsen, meine selbstgebauten Geräte mit einem Herkunftszeichen zu verschönen.

Aus anfänglichen Zeichnungen (siehe 1. Zeile) entstand meine Idee, das D wie eine liegende Röhre zu gestalten.

Andriejus Aputis, bzw. seine Frau haben mir geholfen, diese Idee in eine professionelle Form zu bringen (siehe Entwürfe 2. Zeile).

Frank Röllen hat die Idee in eine endgültige materielle Form, 20x20mm Plättchen, gebracht (Bild links oben). Das saubere Biegen der Aluplättchen gestaltet sich etwas schwieriger als erwartet, deshalb bin ich noch nicht weiter gekommen. Bilder des Produkts folgen.

Wilfried Kubialka, den ich über diese website kennengelernt habe, kennt sich mit Blechbearbeitung aus und wollte die Logo Plates in die richtige Form biegen. Aber leider ist daraus nie etwas geworden.

Deshalb verwende ich die, die mir geblieben sind, nur auf ebenen Oberflächen. Die Mikrofone werden bei Fa. Waldenmaier graviert.


V672 fertig.

2 Telefunken V672, die ich im April 2013 aquiriert habe, gerackt im 19"-Gehäuse. Die Verstärker sind noch die erste Serie mit den Telefunken Trafos mit viel Eisen ...

Anfangs dachte ich, es sei eine einfache Lösung, zwei fix und fertige Module als Eingangs-Pad von JLM audio in "down under" zu nehmen, die angeblich speziell für den V672 mit 26dB Dämpfung eingerichtet sind - die "Go Between" kits und 500k log-Potis für die Gegenkopplung. Damit sollte die Verstärkung zwischen 36 und 66 dB einstellbar sein, mit dem Eingangspad um 26 dB auf 10 dB reduziert werden können.

Das Gehäuse habe ich von Frank Röllen von NRG-Cases bekommen, die Frontplatte ist mein Entwurf. Netzteil ist von der Firma "vintagetools". Chinesische runde VU-Meter sind in die Frontplatte eingesetzt und über eine kleine Anpassungsplatine mit dem Ausgang des AÜ2 verbunden.

Joe Malone von JLM-Audio in Australien hat zwar genau beschrieben, wie seine Go-Between Kits eingebaut werden sollen, aber mit seiner Schaltung haben die V672 zu viel Verstärkung gemacht (Zerren). Bernd Wagner hat sich der Teile angenommen. Er hat ein paar zusätzliche Widerstände einlöten müssen, damit sich die Verstärkung von 33 - 66 dB mit dem 500k Log Pot und die gewünschte Eingangsdämpfung von -26 dB über das Pad einstellen läßt. Diese Geduld (und das Basiswissen) hätte ich nicht gehabt - Danke !


Das zweite Pärchen C12 fertig

Nachdem es ja zunächst so aussah, als hätte ich mit den HC12 und den TC12 ein Paar Kapseln "zu viel", habe ich zwei weitere C12 Bausätze von studio939 bestellt. Nach dem Ausfall der Heiserman Kapseln habe ich nun  Tim Campbell um zwei weitere CT12 gebeten. Angefragt Okt 2015, bestellt Januar 2016, durch ein Versehen erst geliefert Anfang Mai 2016 - bei Tim muß man warten können.

Die weiteren 2 Bausätze C12 von chunger (studio939) mit Cinemag sind Anfang Januar 2015 durch den Zoll. Der Wechselkurs ist desaströs, es wird immer teurer, in Amiland zu bestellen.

 

Dazu ein Statement von Fox Audio Research:

The CM-13114 was wound by Cinemag at the request of Fox Audio Research to get a 12:1 transformer with the improved low end sound that Cinemag's laminations exhibit. Three different alloys are stacked in the core to create the improved low end. The Cinemag also has the signature 1dB down response at 20KHz using a plate follower 6072 tube that makes it sound warm.

The AMI T14 is a full 1dB down at 20Hz, but adds a small mid-range lift (.25dB) and is flat out to 20KHz which works great with capsules that are low end heavy like the CT12.

 

Mai 2017: ich habe angefangen !

Netzteile sind fertig, leider fehlte ein 100k Trimpot für die stabilisierte Anodenspannung, was den Bau etwas verzögert hat.

Bei den Mikros dann noch AMI Übertrager rein, Stecker und Kapseln anlöten, Röhre einstecken und Testlauf durchführen. Nach etlichen Verzögerungen habe ich die Versorgungsspannungen exakt eingestellt und einen vergleichenden Testlauf durchgeführt.

Als Stereo- oder gar Quadroset sind sie nur bedingt tauglich, wobei die Toleranzen eher im Bereich der TC12 Kapsel liegen - die im übrigen aber mit ihrer leichten Höhenbetonung gerade für Klassik im Diffusschallfeld gut taugen.


Das nächste Projekt - M49 replica

Seit Anfang Januar 2016 läuft die Bestellphase für das "Projekt M49".

 

Seit Dezember 2015 habe ich viel Zeit mit dem Warten auf ein Gehäuse aus dem baltischen Raum vertan. Mitte März 2017 kam ein Angebot von banzai über sehr ordentlich gefertigte M49 Gehäuse, wovon ich dann statt der ursprünglich geplanten 2 gleich 3 Stück bestellt habe.

 

Innenteile:

D7-Kapsel, Platinen und Styroflex-Kondensatoren von Dany Bouchard. Daß er gute Platinen entwerfen kann, hat er schon zur Genüge bewiesen, jetzt bin ich mehr als gespannt auf die Klangfarbe seiner D7 Kapsel. Da sich die Bauphase so lang hingezogen hat, habe ich aus Langeweile schon mal Drefahl Kapseln bezogen, jetzt wird es Zeit, daß das Ganze endlich zu einer funktionsfähigen Einheit zusammengesetzt wird. Aber da ich weder einen Originalnachbau ( wo sind die AC701 ?) noch einen poctop-Nachbau machen wollte, hat sich das Ganze zu einer "never ending story" entwickelt.

 

BV11, genaue Typenbezeichnung T 8974, Wicklungsverhältnis 10:1, habe ich von Haufe - ja, es gibt die Firma noch - und am 5. Jan. 2016 sind die Übertrager eingetroffen. Aber sind das überhaupt die richtigen Übertrager ? Auch wenn Haufe behauptet, daß die T 8974 im Original verwendet wurden, gibt es eben auch die Behauptung, daß da 7:1 Übertrager reingehören, um zur Röhre zu passen ...

 

Ersatzröhren für die so gut wie nicht mehr vorhandenen oder nicht bezahlbaren AC701k, die passenden werden erst noch ermittelt:

8 x EC71 = 5718 = EC760-RFT-1969 (submini triode, 6,3V)

10 x RCA CV 3929 = 5840 (submini pentode, 6,3V)

20 x JAN 5840W (submini pentode, 6,3V)

10 x 6S6B-v (submini triode, 6,3V) wie in LOMO 19A10/13/18 und FLEA

18 x 5703, (submini triode, 6,3V) wie in RMS audioworks

 

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß die Firma Phaedrus Audio eine Solidstate Variante dieser Röhre herstellt. In der Gegenüberstellung mit einer alten AC701k klingt die recht gut, aber für mich letztlich doch nicht röhrenauthentisch. Die 5840W, obwohl speziell für die Schaltung empfohlen, ist eine Pentode, ebenso wie die baugleiche CV3929 und wohl eher durch ein Mißverständnis als Substitut für die 701 akzeptiert: sie wurde als Impedanzwandler im Altec M20 eingesetzt, allerdings als Pentode in einer Anodenbasisschaltung.

Oliver Archut empfahl die EC71, obwohl sie ganz andere Kennwerte hat als die AC701k, aber schaun wir mal, auf welche es letztlich hinausläuft.

 

Die elektronischen Einzelteile von mouser sind am 11. Jan. 2016 gekommen, sowohl für das Mikrofon wie auch für das Netzteil. Einfach geschickt, daß man aus der BOM-Datei heraus direkt die Bestellung starten kann. In Europa muß man auf ein paar Kleinigkeiten achten: Der Hammond-Trafo für die Heizspannung sollte auf 230V Eingang ausgelegt sein und die Sicherung durch die Verdopplung der Spannung auf halbe Größe Schmelzstrom dimensioniert. Mit der Kaltgerätebuchse habe ich mich jetzt vertan, weil in der BOM die Lösung mit integrierter Sicherung, passend für das Hammond-Gehäuse, bestellt wird.

 

Netzteilgehäuse wird hergestellt von "rainton" auf GroupDIY hier in Tübingen, Süddeutschland, ein echt "neumanneskes Werk". Ist Mitte März 2016 eingetroffen und sieht super aus, funktional 1. Sahne. Binder-Buchsen und Stecker, Fender Diamond Lämpchen, Schalter und Kaltgerätebuchse von mouser, banzai-music und Don-Audio.

 

Bei OPR "down under" bestellt: Acrylplatten für die Basis mit dem Haufe Übertrager und obendrauf für die Kapsel. Damit die Mikros auch optisch was hergeben - von innen.

to be continued ...


das 3. Paar U47 replica noch "under construction"

Und,

was passiert denn nun mit den mic&mod MK-47 Kapseln ? Und mit den zwei K7 von Dany Bouchard ? Denn schlecht sind sie ja nicht ! Naja, Röhren habe ich noch genug, 2 Cinemag CM-2461NiCo konnte ich neulich zu einem unwiderstehlichen Angebot bekommen und die PCBs und Komponenten sind da ...

Inzwischen habe ich auch neue U47 Gehäuse, ein 3 Streben-Sytem mit Tuchel-Binder 7-pol, Material lackiertes Aluminium. Platinen sollten trotzdem passen.

Optisch macht es einen tadellosen Eindruck.

PSU Gehäuse von collective cases sind seit Dezember 2014 durch den Zoll und auf dem Arbeitstisch. Vom großen T habe ich 20m Sommer Tube-Mic Kabel und 7pin XLR Stecker. Fast alles ist da.

Es kann losgehen ...

to be continued ...